Gehen Sie auf Wandertour und entdecken Sie die „Wege der Erinnerung“

In jedem Gebiet gibt es Orte, die Schauplatz von Kämpfen in den beiden Weltkriegen waren. Diese Orte zeugen noch heute von dem Kriegsgeschehen und halten die Erinnerung an die Erlebnisse der beteiligten Soldaten wach. Damit jeder Besucher diese Erinnerungsorte auf seine eigene Weise erkunden kann, kommen zu den regionalen „Wegen der Erinnerung“ nun auch lokale Wanderrouten hinzu. Jede Tour wurde thematisch angelegt, wobei mehrere Etappen miteinander verbunden wurden. Die Rundwege können über einen kleinen, illustrierten Geschichtsführer mithilfe eines mobilen Datenterminals abgerufen oder direkt aufs Handy heruntergeladen werden. So werden dem Besucher eine Region und ihr geschichtliches Erbe auf originelle Weise vermittelt und die menschliche Tragweite der Konflikte deutlich gemacht.
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Zeitdauer : ca. 3 Std. - Länge : 29,5 km

Praktische Infos

Kontakt : Office de tourisme et du patrimoine de Lens-Liévin
Tel. : +33(0)3 21 67 66 66
Email : info(at)tourisme-lenslievin(dot)fr
Website
: www.tourisme-lenslievin.fr
Startpunkt : Französischer Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette - Chemin du Mont de Lorette - 62153 ABLAIN-SAINT-NAZAIRE

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Rundweg zu den zentralen Schauplätzen des Ersten Weltkriegs im Artois

Der Erste Weltkrieg im Artois

Die Gebiete am Rande der Hochebene des Artois, 10 km nördlich von Arras, waren während des gesamten Ersten Weltkrieges von großer strategischer Bedeutung. Die Lorettohöhe (165 m) und der Bergkamm von Vimy (145 m) dominieren die Ebene von Gohelle sowie das Kohlebecken des Pas-de-Calais, welches 1913 die Hälfte des damals für Frankreich wichtigsten Energieträgers Kohle lieferte.

Im Oktober 1914, während des „Wettlaufes zum Meer“ und vor dem Übergang zum Grabenkrieg, nahmen die Deutschen den größten Teil des Kohlebeckens sowie alle höher gelegenen Stellungen entlang der Westfront ein und befestigten diese umgehend. Dies zwang die Alliierten zu einer Reihe von Gegenoffensiven.

Der erste französische Angriff – die Erste Schlacht von Artois (17. bis 19. Dezember 1914) – scheiterte und forderte das Leben von 8.000 „Poilus“ (französischer Frontsoldat des Ersten Weltkriegs). Den Beinamen „blutender Hügel“ erhielt die Lorettohöhe jedoch erst im Verlauf der Zweiten Artois-Schlacht (9. Mai bis 25. Juni 1915). In deren Verlauf konnten die Franzosen zwar die Höhe erobern, blieben aber trotz massiver Bombardements und verbissener Gefechte beim Sturm auf den Bergkamm von Vimy hängen. Die Rückeroberung von 20 km² Terrain kostete 40.000 französischen Soldaten das Leben, 64.000 wurden verwundet. Die deutschen Verluste beliefen sich auf 75.000 Gefallenen, Verwundete und Gefangene. Der erhoffte Durchbruch blieb aus. Auch die dritte Artois-Schlacht (25. September bis 14. Oktober 1915) endete mit einer Niederlage.

Ab Februar 1916, mit Beginn des deutschen Angriffs auf Verdun, wurde die französische Armee an der Front im Artois von britischen Einheiten abgelöst. Im April 1917 schafften es kanadische Einheiten dank einer bemerkenswert gut vorbereiteten Blitzattacke, den Höhenzug von Vimy einzunehmen – allerdings auf Kosten von 3.600 Menschenleben. Dieser militärische Erfolg fand in Kanada ein großes Echo und bildete für die junge Nation ein identitätsstiftendes Ereignis.

Auf dem Rundweg zu den Erinnerungsorten des Ersten Weltkrieges im Artois können historische Stätten besichtigt werden, die sich in eine heute wieder bemerkenswert kultivierte Landschaft einfügen: Die Krater und Schützengräben wurden von den Landwirten eingeebnet, die Dörfer wieder aufgebaut. In den 1920er Jahren wurden die provisorischen Frontfriedhöfe durch französische, britische und deutsche Militärfriedhöfe und Gedenkstätten ersetzt. Diese erinnern an das Ausmaß der Tragödie des Ersten Weltkrieges und den Tod von Millionen junger Soldaten und Reservisten. Sie alle wurden Opfer der Vernichtungswaffen, die die moderne Industriegesellschaft hervorgebracht hatte.

Einzelheiten zu dem Rundweg