Die Schlacht an der Somme (Juli 1916)

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Die Schlacht an der Somme war 1916 die Hauptoffensive der britischen Armee an der Westfront. Es war der erste Großeinsatz von Freiwilligen der „Neuen Armee“, die auf eine Initiative des britischen Kriegsministers Herbert Kitchener worden war. Lord Kitchener selbst erlebte ihren Einsatz nicht mehr; drei Wochen vor der Offensive kam er bei einem Schiffbruch auf dem Weg nach Russland ums Leben.

Der Angriff sollte auf einem breiten Frontabschnitt von mehr als 20 Kilometern zwischen Serre und Maricourt stattfinden. Für den ersten Tag war ein Ablenkungsmanöver auf die deutschen Linien in Gommecourt geplant, vier Kilometer nördlich von Serre. Die Offensive wurde zeitgleich mit einem Angriff der Franzosen südlich der Somme gestartet.

Ein einwöchiges Trommelfeuer bereitete den Angriff der Infanterie vor. Nach der Explosion mehrere Minen verließen die britischen Infanteristen am 1. Juli 1916 um 7 Uhr 30 ihre Gräben und begannen das Niemandsland zu überqueren. Sofort waren sie dem Sperrfeuer der Deutschen ausgesetzt, die das Bombardement überlebt hatten. Die mit Präzision geführte deutsche Artillerie zielte auf die Versammlungsgräben, in denen die Soldaten auf den Sturmangriff warteten. Die Verluste waren enorm.

Am ersten Tag der Offensive konnten die Briten mehrere Stellungen der feindlichen Linie einnehmen. Aber während sie noch mit der gegnerischen Artillerie zu kämpfen hatten, traf bereits die deutsche Verstärkung ein. Das zwang die Briten zum Rückzug.
Die Ergebnisse der Offensive im südlichen Teil der britischen Front waren anfangs zwar besser, aber auch hier geriet der Angriff schnell ins Stocken.

Am Abend des 1. Juli 1916 wurde deutlich, dass die Offensive der britischen Armee in einer Katastrophe geendet war: 19.240 Männer, davon etwa 1.000 Offiziere, fielen innerhalb von zwölf Stunden. Diese Tragödie hinterließ tiefe Spuren in der britischen Seele, hatte das Land doch innerhalb weniger Stunden eine große Zahl ihrer jungen Männer verloren.

Yves Le Maner
Direktor von La Coupole,
Zentrum für Geschichte und Erinnerung im Nord-Pas de Calais