Loos-en-Gohelle – Dud Corner Cemetery und Loos Memorial
1914 setzte sich Rudyard Kipling, der Autor des Dschungelbuchs und Literaturnobelpreisträger des Jahres 1907, für den Eintritt des Britischen Empires in den Ersten Weltkrieg ein. Getreu seiner Erziehung wollte sein einziger Sohn John in den Krieg ziehen. Zunächst wurde dieser aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt, kam dann aber dank des Einflusses seines Vaters doch noch zu den Irish Guards.
Sofort wurde John Kipling in der von den Alliierten im September 1915 begonnenen großen Schlacht von Artois eingesetzt. In der Ebene von La Gohelle verwendeten die Briten zum ersten Mal Chlorgas. Nach dem anfänglichen Überraschungseffekt drehte sich der Wind, wodurch das Gas die britischen Linien erreichte. Die schlecht vorbereitete Offensive war zum Scheitern verurteilt.
«Wir starben, weil unsere Väter gelogen haben! »
Allein am 25. September 1915 verzeichneten die Briten innerhalb eines einzigen Tages 8.500 Opfer. Insgesamt verloren sie 50.000 Mann, die getötet oder als vermisst gemeldet wurden. 20.000 von ihnen konnten entweder nicht identifiziert oder gefunden werden. Ihre Namen stehen auf dem Loos Memorial auf dem Dud Corner Cemetery in Loos-en-Gohelle – darunter auch der von Leutnant John Kipling. Er starb bei seinem ersten Militäreinsatz am 27. September 1915 im Alter von 18 Jahren. Seine Leiche konnte damals nicht identifiziert werden.
Über den Verlust kam Rudyard Kipling nie hinweg. Bis zu seinem Tod im Jahr 1936 suchte er vergeblich nach den Spuren seines Sohnes, den er stets Jack genannt hatte. Jeden Sommer durchstreifte er die Gegend von La Gohelle und fragte: «Have you news of my boy Jack? Er war in der Imperial War Graves Commission aktiv und schrieb die Formel, die auf den Grabsteinen für die unbekannten britischen Soldaten eingraviert ist: «Known unto God», «Gott allein sind sie bekannt». In seinen Epitaphs of War schrieb er die folgenden traurigen Worte, die sein Schuldgefühl erahnen lassen: «Wenn's Fragen gibt, warum wir starben / Erzählt ihnen: weil unsere Väter gelogen haben.»
1992 konnte der Körper von John Kipling dann doch noch drei Kilometer von Loos entfernt auf dem Saint-Mary ADS Cemetery von Haisnes-lès-la-Bassée identifiziert werden.
Korrespondierende Erinnerungsorte
- Ablain-Saint-Nazaire - französischer Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette
- Fleurbaix – Le Trou Aid Post Cemetery
Historischen Hintergründe
Praktische Infos
Karte:
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Infos
Adresse: Route de Béthune (RD 943) - 62750 LOOS-EN-GOHELLE
Kontakt: OFFICE DE TOURISME ET DU PATRIMOINE DE LENS-LIÉVIN
Tel: +33 (0)3 21 67 66 66
Internet: www.tourisme-lenslievin.fr

























































































































































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