Lille – Denkmal für Louise de Bettignies
Ihre Statue wacht noch immer vor den Toren von Lille: Gleich zu Beginn des Boulevards Carnot küsst ein französischer Soldat die Hand von Louise de Bettignies. Dieses Denkmal würdigt die Frau, die eines der größten Spionagesystem des Ersten Weltkrieges aufzog: Das Netzwerk Alice.
Louise de Bettignies wurde am 15. Juli 1880 in eine verarmte Adelsfamilie geboren. Sie verdiente ihren Lebensunterhalt als Gouvernante und Erzieherin bei berühmten Familien in ganz Europa. Denn sie sprach fließend Englisch, Deutsch und Italienisch, und hatte auch Kenntnisse in Russisch, Tschechisch und Spanisch.
Louise de Bettignies, „the queen of spies“, die Königin der Spione.
Im Oktober 1914, nach der Invasion von Lille, floh die junge Frau nach Saint-Omer, um dort Verwundete zu versorgen. Im Februar 1915 trat sie unter dem Decknamen Alice Dubois als Spionin dem Geheimdienst Intelligence Service bei. Sie gründete das „Netzwerk Alice“, das mit mehr als 80 Agenten die Gegend von Lille auskundschaftete, einen Dreh- und Angelpunkt der deutschen Armee. Auch die aus Roubaix stammende Marie-Léonie Vanhoutte alias Charlotte Lameron gehörte zu dem Netzwerk, das sich später nach Cambrai, Valenciennes und Saint-Quentin ausbreitete. Die Agenten beobachteten die Truppenbewegungen, orteten Munitionslager und sicherten so den Durchmarsch der alliierten Soldaten in die neutralen Niederlande.
Louise war in Belgien stationiert und sorgte für die Übermittlung von Dokumenten an die Briten. Am 24. September 1915 tappte ihre Kollegin Marie-Léonie in eine Falle. Weniger als einen Monat später, am 21. Oktober, passierte Louise dasselbe. Am 16. März 1916 wurden beide Frauen zum Tode verurteilt. Die Strafe für Marie-Léonie wurde in 15 Jahre Zwangsarbeit umgewandelt, diejenige für Louise hieß lebenslänglich. Selbst während ihrer Haft in der Nähe von Köln organisierte sie Proteste in den Zellen. Louise de Bettignies starb am 27. September 1918 an den Folgen einer schlecht behandelten Rippenfellentzündung.
Die Engländer erkoren sie nach ihrem Tod zur „queen of spies“ („Königin der Spione“). Ihr Leichnam ruht in der Familiengruft in Saint-Amand-les-Eaux. Das Kruzifix, das auf ihrem provisorischen Grab in Köln stand, ist heute in der Basilika von Notre-Dame de Lorette zu sehen.
Korrespondierende Erinnerungsorte
- Ablain-Saint-Nazaire - französischer Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette
- Lille – Denkmal für die in Lille erschossenen Widerstandkämpfer
- Lille – Denkmal für Léon Trulin
- Roubaix - Denkmal für Eugène Motte
Historischen Hintergründe
Praktische Infos
Karte:
Bitte informieren Sie sich hier über die Anfahrt, die Unterkünfte, Restaurants und Informationsbüros in der Nähe.
Infos
Adresse: Boulevard Carnot - 59000 LILLE
Kontakt: OFFICE DE TOURISME DE LILLE
Tel: 08 91 56 20 04 - +33(0)3 59 57 94 00
Internet: www.lilletourism.com

























































































































































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