Lille – Denkmal für die Opfer der Explosion des Munitionlagers in der Bastion „18 Ponts“
11. Januar 1916, 3:30 Uhr: Lille wird durch eine heftige Explosion erschüttert, die man bis in die Niederlande hört. Ein großer orangefarbener Lichtstrahl erleuchtet den Himmel. Das Munitionslager der Bastion „18 Ponts“ ist soeben in die Luft gesprengt worden. In dieser alten Befestigungsanlage mit ihren 18 Bögen hatten die Deutschen große Mengen an Sprengstoff und Munition gelagert. Die Explosion – zweifellos ein Unfall – riss einen Krater von 150 Metern Durchmesser und 30 Metern Tiefe in das Boulevard de Belfort. 21 Fabriken und 738 Häuser im Viertel Moulins wurden dem Erdboden gleich gemacht. Man fand 134 Tote, davon 104 Zivilsten und 30 deutsche Soldaten sowie 116 schwer und etwa 290 leichter Verletzte.
Diese Katastrophe, an die ein Denkmal in der Rue de Maubeuge erinnert, ist eine der traurigsten Episoden in den „schrecklichen Jahren“ der deutschen Besetzung von Oktober 1914 bis Oktober 1918. Während 210 langer Wochen stand die Stadt unter deutschem Kommando und war vom Rest des Landes abgeschnitten. Die Familien bekamen keinerlei Nachrichten von ihren Vätern oder Söhnen, die in der französischen Armee dienten oder in Kriegsgefangenschaft waren. Das tägliche Überleben war schwierig. Die Besatzer plünderten die Fabriken und beschlagnahmten alles, was ihnen nützlich war: von Fahrrädern, Pferden über Metalle, bis hin zu Matratzen und Kopfkissen.
Die Explosion von 18 Ponts im Lille der „schrecklichen Jahre“.
Zu den Einschränkungen kamen auch die Deportationen: Im April 1916 schickte man 10000 Bewohner von Lille, zum Großteil junge Frauen, zur Arbeit auf die Bauernhöfe der Aisne oder der Ardennen. In einer Stadt, in der nur 35000 der insgesamt 150000 Einwohner von ihren eigenen Mitteln leben konnten, wurde die Ernährung zu einem quälenden Problem. Am Ende hatte jeder Bewohner nur alle 14 Tage das Recht auf 300 Gramm „KK-Brot“ (Kriegskartoffelbrot) und 60 Gramm Speck. Während dieser schrecklichen Jahre registrierte man 22911 Todesfälle und nur 8594 Geburten. Trotzdem blieben die Bürger von Lille unbeugsam. Dies bezeugt das tapfere Verhalten zahlreicher gefangener oder deportierter Geiseln und jener, die dort iin der Stadt ihr Leben ließen, wie zum Beispiel die „Fusillés lillois“ („Erschossenen von Lille“).
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Infos
Adresse: Rue de Maubeuge - 59000 LILLE
Kontakt: OFFICE DE TOURISME DE LILLE
Tel: 08 91 56 20 04 - +33 (0)3 59 57 94 00
Internet: www.lilletourism.com

























































































































































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