Lille – Denkmal für die in Lille erschossenen Widerstandkämpfer
Mit verschränkten Armen blickt der Händler Georges Maertens zum Himmel. Sein Nachbar hält ebenfalls die Arme verschränkt, blickt aber fest nach vorn – es ist der Handelsvertreter Ernest Deceuninck aus Armentières. Daneben steht mit gesenktem Kopf der Arbeiter Sylvère Verhulst. Der Weingroßhändler Eugène Jacquet hat seine Hände tief in den Taschen vergraben und blickt das Erschießungskommando herausfordernd an. Rechts zu den Füßen der vier Franzosen liegt mit dem Gesicht zum Boden der junge Student Léon Trulin.
Der Bildhauer Félix Desruelles wollte mit seinem Denkmal «Les Fusillés lillois» alle «durch Erschießung hingerichteten Bürger der Stadt Lille» und die «Widerstandskämpfer» des Ersten Weltkriegs ehren. Daher platzierte er den erst später hingerichteten Studenten Trulin neben den Mitgliedern des «Comité Jacquet». Lille war für die viele Untergrundkämpfer während des Ersten Weltkrieges ein gutes Pflaster: Denn die von den Deutschen besetzte Stadt lag nur wenige Kilometer von der Front entfernt. Das erleichterte den Kontakt zu den Alliierten. Der Pazifist Eugène Jacquet hatte hier ein Netzwerk mit Bürgern aller Schichten geschaffen: vom Präfekten und Industriellen bis hin zum Schmuggler. Mit Hilfe unterirdischer Gänge leiteten seine Leute Informationen an die Alliierten weiter und leisteten hier festsitzenden Soldaten Fluchthilfe.
Das Comité Jacquet in Lille: Widerstandskämpfer im Ersten Weltkrieg.
Im März 1915 zwang beispielsweise ein Motorschaden ein britisches Flugzeug in einem Vorort von Lille zu landen. Das Comité Jacquet sorgte für die Heimkehr des Piloten Robert Mapplebeck nach Großbritannien. Einige Zeit später kam der Brite zurück und zog in seinem Flieger über Lille ein paar Kreise, um seinen Rettern zu danken – und Flugblätter abzuwerfen, auf denen er sich über den deutschen Gouverneur von Heinrich lustig machte. Ein Verrat ließ das Untergrundnetzwerk im Sommer 1915 auffliegen: 200 Mitglieder wurden festgenommen, erhielten Gefängnisstrafen oder wurden deportiert. Jacquet und seine Kameraden ließen die Deutschen am 22. September 1915 in den Gräben der Zitadelle erschießen. Das 1940 gesprengte Denkmal wurde auf Initiative von Germaine Desruelles, der Witwe des Bildhauers, originalgetreu wiederhergestellt.
Korrespondierende Erinnerungsorte
- Lille – Denkmal für Léon Trulin
- Lille – Denkmal für Louise de Bettignies
- Lille – Denkmal für die Brieftauben
- Kriegerdenkmal von Lille
Historischen Hintergründe
Praktische Infos
Karte:
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Infos
Adresse: Square Daubenton - 59000 LILLE
Kontakt: OFFICE DU TOURISME DE LILLE
Tel: 08 91 56 20 04 - +33 (0)3 59 57 94 00
Internet: www.lilletourism.com

























































































































































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