Assevent - Deutsch-französischer Soldatenfriedhof
Am 4. August 1914 begann die deutsche Armee mit 700000 Mann ihren Angriff auf Belgien. Nach dem Schlieffen-Plan sollte Paris innerhalb von sechs Wochen eingenommen und die französische Armee vernichtet sein, die zu der Zeit in Elsass-Lothringen stand. Danach würde man sich zurück nach Osten wenden, wo die Bedrohung durch den „russischen Bär“ auf die Deutschen wartete. Maubeuge spielte in diesen Plänen eine bedeutende Rolle: Denn hier kreuzten sich die Eisenbahnlinien von Brüssel und Lüttich nach Paris. Das machte den Ort zu einem wichtigen strategischen Ziel.
Nach dem Krieg von 1870 war in Maubeuge die aus dem 17. Jahrhundert stammende Zitadelle von Vauban um sechs neue Bollwerke sowie Zwischenanlagen erweitert worden. Die hier stehende französische Abwehr wurde vom deutschen Artilleriebeschuss so stark bedrängt, dass sie am 8. September 1914 kapitulieren musste. Doch die Marne-Schlacht hatte bereits begonnen – und sie stoppte den Marsch der Deutschen nach Paris am folgenden Tag.
Mitten im Krieg errichten die Deutschen einen Gedenkfriedhof
16 Monate später, im Februar 1916, entdeckte man beim Abtragen der Ruinen der Festung viele verschüttete Leichname. Andere fand man in weit verstreut liegenden provisorischen Gräbern. Etwa 2000 Tote, Franzosen wie Deutsche, hatten bis zu diesem Zeitpunkt noch kein würdiges Begräbnis bekommen.
Aus hygienischen Gründen entschieden sich die deutschen Besatzungsbehörden, einen „Gedenkfriedhof“ in Assevent zu errichten, etwa drei Kilometer östlich von Maubeuge. Sie schlugen den Bürgermeistern der Gegend vor, die sterblichen Überreste aller Soldaten ihrer Gemeindefriedhöfe dorthin zu überführen. Die Prinzessin von Sachsen-Meiningen und Schwester des deutschen Kaisers weihte diese französisch-deutschen Totenstadt ein. Ihr eigener Sohn war ebenfalls als junger Soldat 1914 zu Beginn des Ersten Weltkrieges gefallen. Dann übergab sie die Verantwortung für die Gedenkstätte Jules Walrand, den Bürgermeister von Maubeuge. Der Friedhof beherbergt heute die sterblichen Überreste von 1140 Franzosen, 399 Deutschen, 260 Russen, zwölf Rumänen, sieben Briten und einem Belgier.
Korrespondierende Erinnerungsorte
Historischen Hintergründe
Praktische Infos
Karte:
Bitte informieren Sie sich hier über die Anfahrt, die Unterkünfte, Restaurants und Informationsbüros in der Nähe.
Infos
Adresse: rue du Maréchal de Lattre de Tassigny - 59600 ASSEVENT
Kontakt: OFFICE DE TOURISME DE MAUBEUGE
Tel: +33 (0)3 27 62 11 93

























































































































































Drucken
Teilen
Lesezeichen



